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In einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion wurde der ehemalige Zillenbauernhof in Blindheim vor dem Verfall gerettet und einer neuen Nutzung zugeführt.

Südansicht des Heimathaus/Rathaus

Das denkmalgeschützte Bauernhaus samt Scheune aus dem 17. Jahrhundert beherbergt jetzt ein Museum über das Wohnen und Arbeiten auf dem Lande. Ein dem historischen Gebäudeteil angepasster Neubau dient der Gemeinde als Rathaus.

Der Zillenbauernhof gehörte bis zum Jahre 1803 zu dem ehemaligen Zisterzienserkloster Kaisheim. Das einstöckige freistehende Bauernhaus hat als Besonderheit einen an der südlichen Hofseite aufgebauten sogenannten "Zwerchgiebel".

Kurze Hausbeschreibung

Das Wohnhaus wird durch einen breiten mit Solnhofer Platten belegten Quergang erschlossen, von dem aus man alle Räume erreicht.

Die fünffenstrige Stube an der rechten Gangseite mit dem Kachelofen und der großen umlaufenden Sitzbank ist der zentrale Aufenthaltsraum des Bauernhauses. Die Stube war früher im Winter der einzige beheizbare und somit wichtigste Ort für die Hausgemeinschaft

Heimathaus/RathausWohnstube im Erdgeschoss

In der anschließenden eingewölbten Küche befindet sich die Wasserstelle mit einem Pumpbrunnen und ein gemauerter Kachelherd mit Wasserschiff. Bis zum Jahre 1919 war hier eine offene Feuerstelle mit Rauchfang. Ab dieser Zeit entwickelte sich die Küche zum Wohnraum für die Familie.

Heimathaus/RathausKüche

Die Kammern auf der linken Gangseite dienten in erster Linie als Schlafräume. Die größere zur Hofseite gelegene Kammer war dem Bauer und der Bäuerin zugeordnet. Hier wird auch die Kleidung und Wäsche aufbewahrt. In der etwas erhöht zum Flur liegenden Hinterkammer schliefen einst die Kinder oder Dienstboten. Darunter befindet sich ein gewölbter Keller mit Ziegelboden.

Vom Hausflur leitet ein schmaler Längsgang in den ehemaligen Stall, heute Zugang zur Gemeindekanzlei. Gleich nach der Haustür führt linker Hand eine Treppe in das Obergeschoss des Hauses. Hier liegt im Zwerchhaus ein original erhaltener und etwas aufwendiger ausgestalteter Raum. In der Zeit um 1780 entstanden, diente er ehemals wohl als Austragsstube für die alten Bauersleute.

Heimathaus/RathausAustragsstube im Obergeschoss - um 1780

Nebenan unter dem Dachgebälk ist das Gewölbe der darunterliegenden Küche sichtbar.

Dem gegenüber, im früheren Getreideboden, sind seit der Renovierung prähistorischer Bodenfunde aus der Blindheimer Flur sowie zahlreiche Relikte der Schlacht bei Blindheim am 13. August 1704 aufbewahrt und zugänglich gemacht.

Heimathaus/RathausBäuerliche Geräte in der Scheune

Das Heimathaus Blindheim ist von April bis Oktober jeden 1. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

 
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